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Nachlassgericht: zuständige Stelle finden

Postleitzahl oder Ort eingeben – Sie sehen das zuständige Amtsgericht mit Anschrift, Telefon und Kontakt. Grundlage ist das Orts- und Gerichtsverzeichnis der Justiz mit 611 Stellen bundesweit.

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Wer ist zuständig?

  • Welche Stelle

    Nachlassgericht ist das Amtsgericht (§ 23a GVG). Es erteilt Erbscheine, eröffnet Testamente und nimmt Ausschlagungen entgegen.

  • Welcher Ort zählt

    Örtlich zuständig ist das Nachlassgericht, in dessen Bezirk der Erblasser zuletzt seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte (§ 343 Abs. 1 FamFG).

Erbfall: was das Nachlassgericht erledigt

Erbschein, Testament und Ausschlagung – die wichtigsten Schritte mit Rechtsgrundlage.

  • Welches Gericht

    Das Amtsgericht, in dessen Bezirk der Erblasser zuletzt seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte (§ 343 Abs. 1 FamFG) – nicht das Gericht am Wohnort der Erben.

  • Testament abliefern

    Wer ein Testament findet, muss es unverzüglich beim Nachlassgericht abliefern (§ 2259 BGB). Das Gericht eröffnet es und benachrichtigt die Beteiligten (§ 348 FamFG).

  • Erbschein

    Beantragt beim Nachlassgericht oder über einen Notar, mit Versicherung an Eides statt (§ 352 Abs. 3 FamFG). Die Kosten richten sich nach dem Wert des Nachlasses (GNotKG). Liegt ein notarielles Testament oder ein Erbvertrag vor, genügt dem Grundbuchamt in der Regel die Urkunde mit der Niederschrift über die Eröffnung (§ 35 Abs. 1 GBO).

  • Ausschlagung

    Frist sechs Wochen ab Kenntnis vom Erbfall und vom Grund der Berufung (§ 1944 BGB). Die Erklärung geht an das Nachlassgericht, zur Niederschrift oder öffentlich beglaubigt (§ 1945 BGB); abgeben können Sie sie auch beim Nachlassgericht an Ihrem Wohnsitz (§ 344 Abs. 7 FamFG).

  • Immobilie im Nachlass

    Das Grundbuch wird auf die Erben berichtigt. Geschieht das innerhalb von zwei Jahren nach dem Erbfall, erhebt das Grundbuchamt für die Eintragung keine Gebühr (Nr. 14110 KV GNotKG).

Häufige Fragen

Welches Nachlassgericht ist zuständig?

Das Amtsgericht, in dessen Bezirk der Erblasser zuletzt seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte (§ 343 Abs. 1 FamFG) – nicht das Gericht am Wohnort der Erben.

Wo beantrage ich einen Erbschein?

Beim Nachlassgericht oder über einen Notar. Dabei versichern Sie an Eides statt, dass Ihre Angaben richtig sind (§ 352 Abs. 3 FamFG). Die Kosten richten sich nach dem Wert des Nachlasses (Gerichts- und Notarkostengesetz, GNotKG).

Brauche ich immer einen Erbschein?

Nein. Liegt ein notarielles Testament oder ein Erbvertrag vor, genügt dem Grundbuchamt in der Regel die Urkunde mit der Niederschrift über die Eröffnung (§ 35 Abs. 1 GBO).

Wie lange kann ich ein Erbe ausschlagen?

Sechs Wochen ab dem Zeitpunkt, in dem Sie vom Erbfall und vom Grund Ihrer Berufung als Erbe erfahren haben (§ 1944 Abs. 1 und 2 BGB). Sechs Monate sind es, wenn der Erblasser seinen letzten Wohnsitz nur im Ausland hatte oder Sie sich bei Fristbeginn im Ausland aufhielten (§ 1944 Abs. 3 BGB).

Was mache ich mit einem gefundenen Testament?

Sie müssen es unverzüglich beim Nachlassgericht abliefern (§ 2259 BGB). Das Gericht eröffnet es und benachrichtigt die Beteiligten (§ 348 FamFG).

Zuständige Stellen nach Bundesland

Alle Stellen für „Nachlassgericht“ – mit Anschrift, Telefon und ihren Zuständigkeiten.

Baden-Württemberg · 71 Stellen
Bayern · 75 Stellen
Berlin · 10 Stellen
Brandenburg · 25 Stellen
Bremen · 3 Stellen
Hamburg · 8 Stellen
Hessen · 43 Stellen
Mecklenburg-Vorpommern · 12 Stellen
Niedersachsen · 80 Stellen
Nordrhein-Westfalen · 129 Stellen
Rheinland-Pfalz · 47 Stellen
Saarland · 11 Stellen
Sachsen · 25 Stellen
Sachsen-Anhalt · 25 Stellen
Schleswig-Holstein · 22 Stellen
Thüringen · 25 Stellen

Quelle: Orts- und Gerichtsverzeichnis der Justiz, Stand 2024. Angaben ohne Gewähr.